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Im Märzen…ein Rückblick auf den Kampagnenwinter 15/16

Auch in diesem Winter hatdas Aktionsbündnis Bielefeld Pelzfrei wieder aktiv für ein Ende des Pelzhandels unserer Stadt geworben. Begonnen hat unser Kampagne im Bielefelder Bauernhausmuseum, in dem wir noch im frühen Herbst auf dem Fest für Tiere – der jährlichen Benefizveranstaltung für rumänische Straßenhunde – mit einem Infostand präsent waren. Es folgten Stände während des Tierheimfests in Herford und kleinere Demos und Informationsveranstaltungen in der Bielefelder Innenstadt. Als neuen Bündnispartner durften wir schließlich das Bielefelder StartUp VeganNostra begrüßen.

Doch anders als im letzten Jahr wollte der Kampagnenwinter 15/16 nicht ganz so heiß werden: Größere Aktionen mussten leider ausfallen. Schuld waren vor allem die vielen privaten und beruflichen Verpflichtungen, die Irrungen und Wirrungen des Alltäglichen und der übrigen Tierschutz- und Tierrechtsarbeit, welche das ohnehin geschrumpfte Orga-Kernteam des Aktionsbündnis Bielefeld Pelzfrei in Beschlag genommen hatten.

Wer uns im nächsten Winter unterstützen möchte, schreibe uns:

mach_mit@bielefeld-pelzfrei.de

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Grüße zum Saison-Ende

Was für eine Saison! Gemeinsam mit Euch haben wir Bielefeld zwar noch nicht pelzfrei gemacht, aber doch so viel Präsenz gezeigt, wie es unsere freundliche Stadt am Teuteburger Wald schon lange nicht mehr gesehen hat! Woche für Woche waren wir gemeinsam mit Euch Woche für Woche auf der Straße.

Begonnen hatten wir im Oktober mit unserer großen Auftaktdemo und einer Menschenkette aus über 150 Personen, die vom Jahnplatz bis hin zu Brooks reichte. Eines ist sicher: Wir fielen auf! Die Passantinnen und Passanten suchten das Gespräch, informierten sich über unsere Flyer und über die Videoleinwand, sowohl die Zeitungen, wie auch der WDR berichteten und es entspannen sich neue Gespräche mit dem Bielefelder Pelzhandel. Abends ging es dann für alle Feierlustigen auf unserer Benefizparty weiter: Im Internationalen Begegnungszentrum (IBZ) spielten Stille Reserve, das Soap Bubble Orchestra und die Bad Earls, dazu reichten wir herbstlich leckere Quiche. Abgerundet wurde der Abend durch eine Tanzperformance der Künstlerin Annika Hofgesang und zum Ausklang legte die Berliner DJane Fairnett Blanca noch etwas Vinyl auf den Plattenteller. Die vielen Impressionen des Tages hat unser Fotograf bei Facebook hochgeladen.

Unser Dank für den gelungenen Start in die Saison gilt allen Künstlerinnen und Künstlern, Aktivisitinnen und Aktivisten und Besucherinnen und Besuchern: Der erste Schritt war getan, das Printmaterial abgezahlt und die Motivation der Orga zum Bersten gefüllt!

Weiter ging es also. Das Aktionsbündnis Bielefeld Pelzfrei stand nun (fast) jede Woche mit einem Informationsstand, Bannern und Plakaten vor Ozone – oftmals sowohl in der Alt-, wie auch in der Neustadt. Auch in den Gesprächen mit den Betreibern der Bielefelder Pelzgeschäfte blieben wir am Ball.

Die Konzentration auf so viele Aktionen hat – da wir ja alle im Ehrenamt tätig sind – leider unsere Zeit so sehr aufgefressen, dass wir uns bislang noch nicht, wie es eigentlich sein sollte, um eine regelmäßige Berichterstattung im Netz haben kümmern können. Um auch im nächsten Jahr wieder viele gute Aktionen auf die Beine stellen und vielleicht uns vielleicht auch öfter im Internet tummeln zu können, brauchen wir Hilfe – also: mach_mit@bielefeld-pelzfrei.de

Besten Dank noch einmal für all’ die Hilfe! Ohne alle Unterstützerinnen und Unterstützer würde es das Bündnis nicht geben! Wir sehen uns im Oktober 2015!

Es grüßt ganz herzlich:
Das Kern-Orga-Team des
Aktionsbündnis Bielefeld Pelzfrei

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10 Argumente gegen Pelz

Pelz wird von der Mehrheit abgelehnt und das hat gute Gründe. Wir haben 10 für Sie zusammengefasst – samt weiterführender Texte und Filme.

1. Fallenjagd:

Laut dem deutschen Pelzinstitut stammen rund 15% der Tiere in der Pelzgewinnung aus der freien Wildbahn, von denen ein großer Teil mit Fallen gefangen wird. Das Problematische an diesen Fallen ist, dass nicht nur die für die Pelzgewinnung vorgesehenen Tiere in die Fallen geraten, sondern oft auch Haustiere wie Hunde und Katzen und andere nicht für den Pelzhandel geeignete Tiere. Offiziell sind in Deutschland nur Fallen zulässig, die das Tier unversehrt fangen oder es sofort töten (§ 19 Abs.1 Nr.9 Bundesjagdgesetz). Dies geschieht allerdings nur, wenn das Tier zu der Größe der sog. Totschlagfalle passt. Häufig ist dies nicht der Fall und so kommt es, dass den Tieren von den Fallen Gliedmaßen zerquetscht werden und die Tiere dann schwer verletzt in den Fallen gefangen sind, wo sie ein langsamer und qualvoller Tod erwartet.

2. Pelzfarmen (China):

Viele der in Deutschland erhältlichen Pelzprodukte stammen aus China. Dort gibt es immer mehr sog. Pelztierfarmen, in denen Tiere zur Pelzgewinnung gezüchtet werden. Dabei gibt es in China keinerlei Standards für den Tierschutz und so ist es dort gängige Praxis, dass die Tiere in viel zu kleinen Drahtkäfigen gehalten werden, die ihnen in die Pfoten schneiden und aufgrund der extremen Enge Verhaltensauffälligkeiten hervorrufen. Getötet werden die Tiere meist bei vollem Bewusstsein. Nicht selten leben die Tiere auch dann noch, wenn ihnen das Fell abgezogen wird. Schätzungsweise 70-80 Millionen Tiere werden jedes Jahr in China zwecks Pelzgewinnung getötet. Darunter auch rund zwei Millionen Hunde und Katzen.

3. Gesundheit:

Da Pelz einmal Teil eines lebendigen Wesens war, ist es nur logisch, dass er sich genau wie der Körper des Tieres mit der Zeit zersetzen und verrotten würde. Um dies zu verhindern wird der Pelz mit Chemikalien behandelt, die den Verwesungsprozess unterbinden und ihn sozusagen haltbar machen. Diese Chemikalien gelangen über die Kleidung auf die Haut und bringen ein gesundheitliches Risiko für den Pelzkonsumenten mit sich. Immer wieder hört man von stark mit Chemikalien belasteten Pelzen. Gefunden wurden dabei unter anderem Formaldehyd, Schwermetalle und Insektizide in über die EU-Grenzwerte hinausgehende Konzentrationen.

4. Tierfreundliche Alternativen:

In der heutigen Zeit werden Pelze vorwiegend aus Modegründen getragen. Wir leben nicht unter den Bedingungen unserer Vorfahren oder der Inuit, die auf Tierfelle angewiesen sind um sich zu wärmen. Heutzutage muss auch ohne Pelz kein Mensch frieren. Trotzdem verwenden viele Modehersteller Pelzprodukte. Vorwiegend als Accessoire, z.B. als Kragenbesatz an der Winterjacke oder als Bommel auf der Mütze. Doch hierfür gibt es Alternativen. Moderne Pelzimitate stehen Echtpelz sowohl optisch als auch in ihrer Eigenschaft zu wärmen in nichts nach. Wer also die Optik von Pelz bevorzugt, kann das auch haben, ohne dafür den Tod eines Tieres in Kauf nehmen zu müssen.

5. Hunde- und Katzenfell:

Bei sogenannten Pelztieren haben viele Leute kein Problem damit, ihre Felle für Modezwecke zu verwenden. Doch immer wieder stellt

sich heraus, dass auch Haustiere aus Pelzfarmbetrieben ihr Fell für die Modeindustrie lassen müssen. Regelmäßig wird Pelz von Hunden und Katzen an Jacken und Mützen nachgewiesen, wie z.B. 2013 bei dem Modehersteller Tom Tailor oder der Drogeriekette Müller. Durch fehlende Kennzeichnungspflicht wird oft Hunde- und Katzenfell verwendet und nicht als solches deklariert, wodurch dem Kunden gar nicht klar ist, was für ein Tier er dort zur Schau trägt.

6. Pelzfarmen Deutschland:

Auch in Deutschland werden weiterhin Pelzfarmen betrieben, mit meist nicht viel besseren Bedingungen als in China oder anderen Ländern. Da es in Deutschland geltende Tierschutzbedingungen gibt, werden viele dieser Pelzfarmen illegal betrieben.

Lesen Sie mehr:

Peta: Illegale Pelzfarmen

7. Arbeitsbedingungen:

Ein großer Teil der Pelzprodukte, die auf dem europäischem Markt landen, kommen aus Ländern, in denen allgemein katastrophale Arbeitsbedingungen herrschen. Die Pelzproduktion bildet da keine Ausnahme. Die Arbeiter/-innen in den Gerbereien und auf den Pelztierfarmen, arbeiten für absolute Niedriglöhne und gefährden darüber hinaus auch noch ihre Gesundheit. In den Gerbereien werden die Pelze mit gefährlichen Chemikalien behandelt, denen die Arbeiter ausgesetzt sind, wobei ihnen oft nicht einmal einfachste Schutzmaßnahmen, wie Atemschutzmaske oder Handschuhe zur Verfügung stehen.

Sehen Sie mehr:

ZDF: Gift auf unserer Haut

8. Umweltbelastung:

In Deutschland ist die Verwendung und Entsorgung der zum Gerben verwendeten Chemikalien streng geregelt. In anderen Ländern ist das nicht so. Gefährliche Chemikalien werden unsachgemäß entsorgt und mitunter einfach in den Abfluss gekippt. Dadurch gelangen sie in den Boden und häufig auch ins Trinkwasser, was eine hohe Umweltbelastung nach sich zieht sowie ein Gesundheitsrisiko für die dort lebende Bevölkerung.

Sehen Sie mehr:

ZDF: Gift auf unserer Haut

9. Pelz ist KEIN Abfallprodukt:

Als vermeintliches Argument für den Kauf von Echtpelz wird oft angeführt, dass es sich bei dem Pelz um ein Abfallprodukt handeln würde. Das Tier wird ohnehin zum Verzehr geschlachtet und so kann man auch noch den Pelz verwenden. Das ist schlichtweg falsch. Die meisten Tiere, die für die Pelzgewinnung verwendet werden, werden eher selten verzehrt und nur um ihres Felles wegen geschlachtet. Selbst bei Tieren, die durchaus auch gegessen werden, wie z.B. Kaninchen, trifft das Argument des Abfallprodukts nicht zu. Für die Pelzgewinnung werden spezielle Züchtungen verwendet, deren Fleisch meist nicht weiter verwertet wird.

10. Keine Kennzeichnungspflicht:

Der Anbieter von Pelzprodukten ist nicht verpflichtet die Herkunft und Art des Pelzes zu kennzeichnen. So kommt es häufig vor, dass Kunden Pelz erwerben ohne zu wissen, von welchem Tier dieser stammt. In vielen Fällen ist der Pelz gar nicht deklariert und die Kunden kaufen mitunter Hunde- und Katzenfell. Selbst wenn der Pelz gekennzeichnet ist, kann sich der Verbraucher nicht ganz sicher sein. Immer wieder wird falsch deklarierter Pelz gefunden. So wird z.B. Katzenfell als „Bergkatze“ oder Hundefell als „asiatischer Wolf“ oder als „Waschbär“ aus China auf den europäischen Markt gebracht. Selbst wenn der Pelzbesatz als Kunstpelz gekennzeichnet ist, ist darauf nicht immer Verlass. Regelmäßig wird vermeintlicher Kunstpelz als Echtpelz enttarnt.


Bildnachweis (Titelbild): http://michalkolesar.net (© s.: a.a.O.)

Flyer

Vorbereitung für die Winterkampagne 14/15 angelaufen

Die Hoffnungen des letzten Jahres waren groß, dass das Ende der gesetzlichen Gnadenfrist für Pelzfarmbetreiber/-innen in Deutschland (Pelzproduktion wurde durch neue Tierschutzbedingungen wirtschaftlich uninteressanter) endlich auch ein Ende des Pelzhandels einleiten würde -  dem war mitnichten so. Der Pelzhandel boomt nach wie vor! Insbesondere Echtpelzbesatze an Jacken und Taschen werden nach wie vor ver- und gekauft – ob mit Absicht oder unwissentlich. Im Winter des letzten Jahres war dies Grund genug für uns, erneuten Protest gegen den Pelzhandel zu entfachen.

Waren unsere Protestaktionen – Sammeln von Roten Protestkarten, Gespräche mit Herrn André Lösekann  – zwar durchaus erfolgreich, haftete ihnen dennoch ein Hauch der Improvisation an. Fest entschlossen, in der zweiten Runde mehr Professionalität zu wagen, haben wir im Juni des Jahres mit den Vorbereitungen der Winterkampagne 2014/2015 begonnen – es galt und gilt ein Corporate Design zu entwickeln, Flyer zu drucken, Gelder zu sammeln, Veranstaltungen zu planen und, und, und…

Wer mithelfen möchte ist herzlichst eingeladen – einfach schreiben!

Gemeinsam können wir Bielefeld pelzfrei machen!