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Über Pelz

Tiere auf Pelzfarmen führen ein kurzes und qualvolles Leben. Zehntausende Tiere vegetieren auf engstem Raum, zusammengepfercht in Drahtkäfigen über ihrem eigenen Kot. Apathisch, ohne jede Beschäftigungsmöglichkeit, laufen die Tiere hin und her. In ihrer Verzweiflung werden sie zu Kannibalen, sie verstümmeln ihre Artgenossen und sich selbst.

Füchse beispielsweise vegetieren auf einer Fläche von ca. 1 Quadratmeter vor sich hin. Eine tagtägliche, unerträgliche Enge für die Tiere, die in Freiheit Reviere durchstreifen, die bis zu  60 Millionen  Mal so groß sind wie ein Farmkäfig.

Getötet werden die Pelztiere durch Genickbruch, Stromschlag oder Tod durch Ersticken in der Gasbox.

Tiere, die aus freier Wildbahn gefangen werden, verbringen oft Tage in den Fallen, wo sich manche in dem Versuch zu entkommen, Gliedmaßen abbeißen. Andere werden angeschossen und sterben qualvoll.

Gibt es noch andere Gründe gegen Pelz?

Während die Pelzindustrie Pelz gerne als Naturprodukt hinstellt, handelt es sich in Wahrheit um ein Produkt, das erhebliche chemische Bearbeitung erfährt, darunter Gerbungs-, Konservierungs-, Reinigungs- und Färbeprozesse, bei denen Stoffe zum Einsatz kommen, die Gesundheit und Umwelt bedrohen: Schwermetallsalze, Lösemittel, Pestizide, Formaldehyd, Konservierungsmittel, Bleich-/Färbemittel und viele mehr. Laut einer Studie von EcoAid sind über 40% der Pelzartikel stark belastet, weitere 50% erheblich.

Ist der Pelzbesatz an Jacken und Mützen wirklich echt?

Kunstpelz und Echtpelz lassen sich heute kaum noch unterscheiden. Gerade deshalb jedoch kaufen viele gutgläubige Menschen Echtpelz, in der falschen Annahme, es würde sich heutzutage sicherlich um Kunstpelz handeln. Tatsächlich wird sehr häufig echter Pelz verwendet. Schätzungsweise 90 Millionen Tiere sterben jedes Jahr für Pelzkleidung.

Selbst ein Blick aufs Etikett kann täuschen. Echtpelz wird immer wieder als Kunstpelz deklariert. Zuletzt machte ein solcher Fall im Januar 2014 Schlagzeilen, nachdem Animals Liberty bei Tom Tailor und der Drogeriekette Müller Katzenfell in als Kunstpelz deklarierten Mützen-Bommeln fand.

Erkennt man Echtpelz nicht am Preis?

Hinter hohen Preisen stecken meist nur die teuren Marken selbst. Echtpelz- und Kunstpelzprodukte rangieren dabei in etwa in derselben Preisklasse. Der Markt wird mit billigem und teils illegal eingeführtem Pelz überschwemmt. Ob ein Pelzbesatz vom toten Tier stammt, lässt sich am Preis des Produkts allein nicht ablesen.

Wie kann ich sicher Echtpelz vermeiden?

Leider ist Echtpelz nicht immer einfach zu erkennen, zumal Kunstpelze immer authentischer werden. Es gibt jedoch ein paar Tricks & Kniffe! Echtpelzhaare bewegen sich im Wind oder wenn Sie sie anpusten ein wenig anders als Kunstpelzhaare. Außerdem haben Pelze einen ledrigen Untergrund und oftmals Unterwolle. Mehr zum Erkennen von Echtpelzen können Sie etwa auf der Homepage des WDR (unten) oder von 4 Pfoten nachlesen.


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